Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten 

Zecken und durch Zecken übertragene Krankheiten Was den Zeckenstich gefährlich macht, sind Krankheiten, die während der Blutaufnahme übertragen werden können. Die Zecken beherbergen virale, bakterielle und parasitäre Erreger in ihren Speicheldrüsen, die während dem Stich in die Wunde eingespritzt werden, und somit das Wirtstier oder den Menschen befallen können. Häufig nehmen die Zeckenlarven bei der Blutmahlzeit auf Mäusen oder anderen Kleintieren diese Erreger auf, um sie dann bei den späteren Blutmahlzeiten auf neue Wirte zu übertragen. Vielfach werden diese Erreger im "falschen" Wirt einfach absterben. Aber manchmal kann es auch zu ernsthaften Problemen kommen, wie zum Beispiel bei der Borreliose oder der FSME.

Borreliose oder Lyme-Krankheit

Borrelien sind kleine, längliche und schraubenförmig gewickelte Bakterien, die im Menschen zu verschiedenen Krankheitsbildern führen können. Die ersten Krankheitszeichen treten wenige Tage nach dem Zeckenstich auf und zeigen sich häufig als eine örtliche Entzündung der Haut, das so genannte Erythema migrans oder die "wandernde Röte". Damit verbunden können grippeähnliche Symptome auftreten. Es ist jedoch gut möglich, dass diese ersten Symptome nur schwach ausgeprägt sind, und somit gar nicht bemerkt werden. Insbesondere, wenn der Zeckenstich nicht erkannt wurde, wird nicht unbedingt als Erstes an eine Borreliose gedacht. Wochen bis Monate nach der Ansteckung können erneut Krankheitssymptome auftreten. Typisch sind dabei Entzündungen der Gelenke (vor allem Kniegelenke), des Nervensystems (Hirnhaut- und/oder Hirnentzündung, Gesichtsnerven), in seltenen Fällen auch des Herzens (Herzrhythmusstörungen). Wird die Krankheit im jetzigen Stadium nicht richtig erkannt und behandelt, kann es zu irreversiblen chronischen Schäden wie Arthrosen, Hautveränderungen oder Persönlichkeitsveränderungen kommen.

Von Hunden und Würmern

Spulwürmer: Ansteckungsgefahr droht schon im Mutterleib

Doch wie stecken sich die kleinen Welpen an? Grundsätzlich befinden sich die 10 bis 20 cm langen Spulwürmer im Darm des Hundes und produzieren mikroskopisch kleine Eier, welche mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese Eier sind äusserst robust, und können Monate, ja sogar Jahre überleben, bis sie wieder von einem Hund gefressen werden. Einmal vom Hund aufgenommen, schlüpfen Wurmlarven aus den Eiern, und bohren sich durch die Darmwand um von dort in Blutgefässe zu gelangen. Mit dem Blutstrom werden sie über Leber und Herz zur Lunge transportiert. Der Aufenthalt in der Lunge führt, zumindest bei starkem Befall, zu Husten und Nasenausfluss. Anschliessend kriechen sie über die Luftröhre in den Rachenraum, werden abgeschluckt und gelangen in den Darm, wo sie sich zu ausgereiften Spulwürmern entwickeln, welche pro Tag Tausende von Eiern produzieren. Diese Körperwanderung erscheint sehr kompliziert, sie bietet aber den Spulwürmern die Möglichkeit, noch weitere Infektionswege zu entwickeln. Tatsächlich gelangen nie alle Larven bis zur Lunge      

Viele verstecken sich in verschiedenen Organen und warten darauf, sich in einem günstigen Moment weiterentwickeln zu können. Dieser Moment scheint während der Trächtigkeit zu kommen, denn die Larven fangen an, in die Gebärmutter (und somit in die sich entwickelnden Welpen) wie auch in die Milchdrüsen der Hündin einzuwandern. Somit sind die Welpen bereits vor ihrer Geburt mit Toxocara canis-Larven befallen. Nach der Geburt besteht die Gefahr, dass sie sich beim Säugen mit der Milch anstecken. Innerhalb weniger Wochen sind die kleinen Hunde von einer grossen Anzahl Spulwürmer befallen, welche nicht nur ihre Entwicklung stören, sondern in schlimmen Fällen auch die Darmwand und verschiedene Organe schädigen und so zum Tod führen können.         

Es hat sich bewährt, mit der Entwurmung in der zweiten Lebenswoche zu beginnen und erneut in der 4., 8. und 12. Lebenswoche zu therapieren. Später genügt es, ein bis zwei Mal pro Jahr eine Entwurmung durchzuführen. In vereinzelten Fällen kann es sinnvoll sein, die tragende Hündin im letzten Trächtigkeitsdrittel wiederholt zu behandeln, um die aktivierten Larvenstadien sofort abzutöten, bevor sie in die Gebärmutter oder die Milchdrüse einwandern  

Eine regelmässige Entwurmung des Hundes ist grundsätzlich empfehlenswert, denn die Eier des Hundespulwurms sind auch für den Menschen gefährlich. Häufig sind es Kinder, welche sich beim Spielen im Sandkasten mit Toxocara anstecken. Wie beim Hund, schlüpft auch im Darm des Menschen die Larve aus dem Ei und durchbohrt die Darmwand. Meist stirbt sie früh ab und wird eliminiert, so dass die betreffende Person nichts davon merkt. In einzelnen, sehr seltenen Fällen wandert die Larve jedoch ins Auge und kann dort zu schwerwiegenden Schäden führen, welche im schlimmsten Fall eine Erblindung zur Folge haben können. Ein wichtiges Argument, Hunde ihren Kot nicht auf Spielwiesen und -plätzen absetzten zu lassen, und als verantwortungsbewusster Hundehalter das Robidog-Säcklein auch konsequent zu benutzen.

Hakenwürmer                          

Wenn "Dracula" sich im Darm aufhält

Die Hakenwürmer (Uncinaria) gehören wie die Spulwürmer zu den sogenannten Rundwürmern. Ihre Entwicklung verläuft dementsprechend sehr ähnlich. Die Larven schlüpfen jedoch bereits in der Aussenwelt aus den Eiern und warten, bis sie gefressen werden, oder sie dringen selbst aktiv durch die Haut in den Körper des Hundes ein. Es folgt eine Körperwanderung, wie sie bereits für Toxocara beschrieben wurde. Auch die Hakenwürmer können in die Milchdrüse einer trächtigen Hündin einwandern, sind jedoch nicht fähig, die Welpen bereits vorgeburtlich anzustecken. Die ausgereiften Stadien der Hakenwürmer befinden sich im Darm, beissen sich an der Darmwand fest und saugen Blut. Bei starkem Befall kann dies, aufgrund des beachtlichen Blutverlustes zu Blutarmut, Abmagerung und schneller Ermüdung des Hundes führen. Auch Durchfall, oftmals versetzt mit Blutfetzen kann auftretenZur Entwurmung werden die gleichen Präparate wie gegen Spulwürmer eingesetzt. Bei einer Bekämpfung der Spulwürmer werden die Hakenwürmer glücklicherweise ebenfalls erfasst, so dass hier kein spezielles, zusätzliches Entwurmungsschema angewandt werden muss.                                       

Bandwürmer  

Der Begriff Bandwürmer umschreibt bereits sehr bildlich, wie diese Parasiten grundsätzlich aussehen, sie erinnern in ihrer Form und Grösse stark an gekochte Nudeln. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie den kleinen Fuchsbandwurm, der ebenfalls beim Hund auftritt. Dieser ist nur wenige Millimeter lang und sieht eher aus wie eine mehrfach eingeschnürte Wurst. Wichtiger als das Aussehen ist jedoch die Lebensweise der Bandwürmer. Für ihre Entwicklung benötigen sie immer einen sogenannten Endwirt, sowie einen oder mehrere Zwischenwirte. Der Endwirt beherbergt die ausgereiften Bandwürmer im Darm, während die Zwischenwirte von Larvenstadien - auch Finnen genannt - befallen sind. Damit sich ein Endwirt mit Bandwürmern anstecken kann, muss er einen infizierten Zwischenwirt (z.B. eine Maus) verspeisen. Aus den Finnen, die sich je nach Bandwurmart in der Muskulatur, im Gehirn, in der Leber oder anderen Organen des Zwischenwirtes befinden, entwickeln sich im Endwirt die ausgewachsenen Bandwürmer. Diese schnüren jeweils ganze, mit Eiern gefüllte Säcke ab, welche mit dem Kot an die Aussenwelt gelangen. Diese Eisäcke, auch Bandwurmglieder oder "Proglottiden" genannt, können von blossem Auge gesehen werden. Manchmal bewegen sie sich noch und kriechen aus dem Kothaufen. Innerhalb weniger Tage lösen sie sich jedoch auf und zurück bleiben Tausende von mikroskopisch kleinen Eier, welche von Zwischenwirten gefressen werden. In den Zwischenwirten schlüpfen die Larven aus den Eiern und bilden das Finnenstadium. Hunde sind in der Regel Endwirte, weil sie als Fleischfresser von Zeit zu Zeit finnenhaltige Zwischenwirte, oder zumindest Stücke davon fressen. Dies betrifft grundsätzlich Hunde, welche Mäuse jagen, oder Schlachtabfälle zu fressen erhalten. Hunde, welche aus der Büchse gefüttert werden, sind kaum je von Bandwürmern befallen. Aber es gibt auch Ausnahmen

Der Bandwurm der mit den Flöhen kam

Es gibt verschiedentlich Bandwürmer, welche sich als Zwischenwirte Insekten ausgesucht haben. Dipylidium caninum, auch Gurkenkernbandwurm genannt, ist einer davon, und er benutzt Flöhe und Haarlinge für die Ausbildung des Finnenstadiums. Tatsächlich muss der Hund einen befallenen Floh oder Haarling verspeisen, um mit diesem Bandwurm angesteckt zu werden. Es findet aber keine Übertragung von Bandwurmfinnen über den Speichel des Flohs während dem Saugen von Blut statt. Im Hundedarm entwickelt sich sodann der ausgewachsene Gurkenkernbandwurm, welcher eine Länge von bis zu 80 cm erreicht. Die Bandwurmglieder mit den darin verpackten Eiern, welche der Hund mit dem Kot ausscheidet, sind nur für die Flöhe und Haarlinge ansteckend. Für den Menschen stellen sie keine Gefahr dar. Problematisch wird es erst, wenn ein Mensch (unabsichtlich) einen befallenen Floh verspeist. In diesem Fall würde sich ebenfalls ein erwachsener Bandwurm im Darm entwickeln.Hunde, welche Dipylidien im Darm beherbergen, sind in der Regel nicht krank. Es braucht eine sehr grosse Anzahl ausgewachsener Stadien, damit Darmbeschwerden und Durchfall auftreten. Bei Hunden, welche nie entwurmt werden und gleichzeitig mit Floh- oder Haarlingsbefall zu kämpfen haben, können solche Symptome durchaus beobachtet werden. Um den Gurkenkernbandwurm erfolgreich zu beseitigen, muss deshalb sowohl mit einem geeigneten Wurmmittel, als auch mit einem Mittel gegen Flöhe und Haarlinge vorgegangen werden. Auf diese Weise wird sowohl die Eiausscheidung mit dem Hundekot unterbunden, als auch der Zwischenwirt eliminiert.

Der kleine gefährliche Fuchsbandwurm und wie er auf den Hund gekommen ist

Trotz seines Namens ist der kleine gefährliche Fuchsbandwurm, mit Namen Echinococcus multilocularis, nicht auf den Fuchs beschränkt, sondern kann auch im Darm von Hunden, seltener auch von Katzen gefunden werden. Die Entwicklung läuft, wie oben beschrieben über einen Zwischenwirt, in diesem Fall die Maus. Die Finnen können von Mäuse jagenden Hunden aufgenommen werden und entwickeln sich in deren Darm weiter. Wie bereits erwähnt, sind die ausgewachsenen Echinokokken nur wenige Milimeter gross. Die Bandwurmglieder, welche von den erwachsenen Würmern abgeschnürt werden und mit dem Kot an die Aussenwelt gelangen, sind daher sehr klein und von blossem Auge nur schwer zu erkennen. Oftmals bleiben sie am Fell des Hundes kleben. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn durch engen Kontakt mit Hunden kann sich auch der Mensch mit den Eiern des Fuchsbandwurmes anstecken. Der Mensch ist kein eigentlicher Zwischenwirt für Echinococcus, trotzdem können sich die Larven in der Leber, manchmal auch in der Lunge, im Knochenmark oder andern Stellen weiterentwickeln. Die Larven vermehren sich und formen blasige Gebilde, welche wie ein Tumor das Gewebe durchwuchern. Betroffene Personen müssen über sehr lange Zeit, manchmal sogar lebenslang mit Medikamenten behandelt werden, damit sich der Parasit nicht weiter vermehrt. Glücklicherweise treten solch schwere Fälle nicht allzu häufig auf: In der Schweiz erkranken pro Jahr ungefähr 10 Personen neu an diesem Parasiten. Dies ist ein klarer Hinweis dafür, dass nur wenige Leute empfänglich für den Fuchsbandwurm sind, denn es kommen viel mehr Personen mit Eiern in Kontakt, als schlussendlich erkranken. Wir gehen davon aus, dass in der Mehrzahl der Fälle die Larven bereits in einer frühen Phase abgetötet werden, so dass es gar nie zu einer Vermehrung und der damit verbundenen Erkrankung kommt.Da nicht bekannt ist, welche Personen für diesen gefährlichen Parasiten empfänglich sind und welche nicht, ist es wichtig, von vornherein die Ansteckung zu verhindern. Das grösste Risiko liegt nicht im Konsum von Waldbeeren, welche theoretisch mit Fuchskot verschmutzt sein könnten, sondern im engen Kontakt mit befallenen Haustieren. Daher ist es wichtig, die Hunde, vor allem in Regionen wo der Fuchsbandwurm sehr stark verbreitet ist, regelmässig zu entwurmen. In Problemregionen mit vielen finnentragenden Mäusen, müssen jagende Hunde alle 3-4 Wochen behandelt werden, um eine Ausscheidung von Bandwurmgliedern und Eiern sicher zu verhindern. Hunde ohne Jagdambitionen sind weniger gefährdet, womit die Anzahl Entwurmungen pro Jahr entsprechend reduziert werden kann. Zu beachten ist, dass Mittel zum Einsatz kommen, welche auch tatsächlich gegen Echinokokken wirken. Präparate, welche gegen Spul- und Hakenwürmer verwendet werden, haben oftmals nur einen ungenügenden Effekt auf Bandwürmer. Die Beratung vor und zur Entwurmung durch die Tierärztin bzw. den Tierarzt ist daher sehr wichtig.

Wie finde ich heraus, ob mein Hund Würmer hat?

Ein Besuch beim Tierarzt ist angesagt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Hund von Würmer befallen ist. Können wurmähnliche, bewegliche weisslich-gelbe Gebilde auf den Kothaufen festgestellt werden, so liegt der Verdacht auf Bandwurmbefall nahe. Ein Befall mit Rundwürmern, aber auch mit dem kleinen Fuchsbandwurm lässt sich leider nicht auf den ersten Blick feststellen. Dazu sind mikroskopische Untersuchungen von Kotproben notwendig, welche entweder in der Tierarztpraxis direkt, oder in einem spezialisierten Labor durchgeführt werden. Normalerweise genügt eine baumnussgrosse Kotprobe für die anstehenden Untersuchungen. Empfehlenswert ist es auch, Bandwurmglieder, welche im Kot gefunden wurden, separat in ein kleines Gefäss mit Wasser zu legen und zur Abklärung abzugeben. Ein Befall mit dem kleinen Fuchsbandwurm kann nicht allein aufgrund der Ausscheidung von Eiern festgestellt werden, da diese mit Eiern von anderen, für den Menschen harmlosen Bandwürmern identisch sind. Werden solche Eier gefunden, muss ein Zusatztest mit dem Kot durchgeführt werden. Dieser wird nur von wenigen Labors angeboten und ist auch entsprechend teuer. Er ermöglicht aber eine saubere Abklärung des Befalls mit Fuchsbandwurm und sollte bei Unsicherheit in Problemregionen unbedingt eingesetzt werden. Kann vorbeugend eine Ansteckung von Hunden mit Würmern verhindert werden? Nur zum Teil, denn ein Hund mit Auslauf wird sich immer wieder einem gewissen Ansteckungsrisiko aussetzen. Jagt ein Hund Mäuse, so muss mit Bandwurmbefall gerechnet werden. Aber selbst Hunde, welche ausschliesslich über Büchsennahrung oder gekochtes Fleisch ernährt werden, können sich, wie am Beispiel des Gurkenkernbandwurmes ersichtlich, über andere Wege anstecken.Wenn man weiss wie ein Parasit "funktioniert", so weiss man in der Regel auch, wie man ihn wieder los wird.Ich persönlich lasse meinen Hund 2-3 mal im Jahr entwurmen,da wir viel draussen sind,und Nico überall dran ist.

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